Bestuhlung, Sonnensegel. Der Grossteil des Villacher Altstadtbereiches war zur Fussgängerzone umgebaut worden. Die Wahrnehmung des Rathausplatzes durch viele Bürger als „Steinwüste“ veranlasste den Bürgermeister, uns um eine Gestaltungsidee zu ersuchen. Unsere Antwort war „grosse Blumen“ auf den Platz zu streuen. Mit „Blumen“ haben wir Ron Arads Stuhl Tom Vac gemeint. Die Idee der Buntheit und flexiblen Nutzbarkeit gefiel. Seither stellt die Stadt als Service zur konsumationsfreien Benützung jeden Tag im Sommer die bunten Stühle auf. Die NutzerInnen bewegen und gruppieren die Stühle frei nach Bedarf. Auf dem Platz entstehen im Laufe des Tages ständig neue Bilder und Szenen. Das Thema „Steinwüste“ ist vom Tisch.
In einer weiteren Phase sollte ein Architekturwettbewerb die beste Lösung für eine teilweise Beschattung des Platzes bringen. Die Idee, Platz und Strasse als einen Raum zu begreifen sowie ohne Hindernisse im Bewegungsraum auszukommen führte zum Vorschlag, alle vier platzbildenden Fassaden einzubeziehen und von diesen drei Segel abzuspannen. Diese sind auf unterschiedlichen Höhen montiert, dreiecksförmig zugeschnitten und wirken leicht und transparent. Um Wind- und Regenbelastung standzuhalten sind die Stoffe gitterartig gewebt. In Bereichen der Überlappungen ist der Schattenwurf somit dichter. Die weissen Segel mit ihren dynamischen Zuschnitten verleihen dem Platz südliches Flair und erinnern an die umliegenden Seen. Im Spätherbst verlieren die Segel ihren Sinn, werden demontiert und erwarten im Winterquartier die Frühlingssonne.
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